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L!VE präsentiert: EIN KOCH UND EIN HALBER

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Episode 1: „Richard-Wagner-Straße“

Kürbiscremesuppe und Hähnchenbrust mit Chilli-Knoblauch Nudeln

Kochen ist nicht erst seit gestern das neue Lieblingsthema der Deutschen - Kochbücher boomen in den Bestsellerlisten und es gibt kaum einem Fernsehsender, der nicht alle paar Minuten irgendeine Show rund ums Kochen zeigt. Höchste Zeit also, dass Saarlands am besten schmeckendes Stadtmagazin mal einen Blick in Küchen der Leserschaft wirft. Natürlich kommen wir nicht mit leeren Händen, sondern haben unser einzigartiges kulinarisches Kompetenzteam gleich mitgebracht.

Das L!VE Koch-Team besteht, wie der Titel dieser Rubrik schon naheliegt, aus einem richtigen, gelernten Koch und einem Halben, nämlich einem ambitionierten Hobbykoch mit bald zehnjähriger Erfahrung als Assistent des Chefs. Selbstverständlich haben wir uns für diesen Job nicht irgendjemand angelacht, sondern überzeugen auch hier durch Kompetenz und Charme gleichermaßen. Der Koch ist kein geringerer als Benedikt Dorscheid aus dem St. Ingberter „Ratskeller“. Der erst 26jährige Küchenchef hat in verschiedenen namhaften Häusern gelernt und unter anderem auch schon mal zur eigenen Fortbildung kurz bei der saarländischen Gourmet-Ikone Klaus Erfort in die drei Sterne Töpfe geschaut. Ihm zur Seite steht mit Walter Ries eine eher aus dem Radio und Nachtleben wohlbekannte Saarbrücker Szene Größe, der hier als Assistent den Profi, wo immer er kann, wissbegierig unterstützt. Dieses kompetente Küchenkommando wird im Auftrag des guten Geschmacks saarländische Haushalte heimsuchen, um dort gemeinsam zu kochen. Das Ergebnis gibt es in Wort und Bild bei uns.

WG mit Zusatzleistungen

Für die Premiere fiel unsere Wahl auf eine typische Saarbrücker Studenten WG. Wir sind zu Gast bei Anika, Jana und Stefan, alle mehr oder weniger Mitte zwanzig - Stefan mehr, Anika weniger. In dieser Kombination wohnen die drei Studenten erst seit September zusammen und bis dato kommen sie bestens miteinander aus. Am gemeinsamen Kochen kann das allerdings kaum liegen, denn in dieser Hinsicht passiert nicht all zu viel. Stefan, der Chemie studiert, isst nur an der Uni. Anika die BWL Studentin macht sich höchstens mal einen Tomaten Mozzarella Salat oder greift auf Fertig-Produkte zurück. Einzig Jana steht, soweit ihr Komparatistik und Übersetzer Studium dies zulässt, öfter mal am WG-Herd und kocht dann aber auch immer so viel, dass es für alle reicht. Für alle heißt im vorliegenden Fall, um schon mal einen ersten vorsichtigen Einblick in die moralischen Abgründe dieser Wohngemeinschaft zu wagen, dass sie auch für die beiden jungen Damen mit kocht, die offensichtlich öfter hier zu Gaste sind. Nach dem Grund ihrer häufigen Anwesenheit gefragt, antworten sie geheimnisvoll schmunzelnd, sie kämen hierher, um Stefans Schlange zu besuchen.

 

In die Küche – fertig – los!

Als Vorspeise steht eine Kürbiscremesuppe auf dem Speiseplan. Während Küchenchef Benedikt noch mal überprüft, ob er alles Nötige parat hat, beauftragt er Assistent Walter schon mal damit, sich des Kürbis‘ anzunehmen und auch ansonsten alles klein zu schnippeln, was ihm in die Quere kommt. Tatsächlich wandern innerhalb weniger Minuten alle Zutaten in den großen Topf und die Vollendung des Süppchens steht unter den staunenden Augen der WG-Bewohner kurz bevor. Als dann Kochhilfe Walter schließlich beginnt die Suppe mit dem Stabmixer zu pürieren, greift der Gourmet-Spezialist zu seiner Geheimwaffe, um der Suppe genau die gewünschte Konsistenz zu verleihen. Er hatte nämlich als erstes eine Beurre Manié aus geschmolzener Butter und Mehl zubereitet, die sich – nachdem sie zuvor im Gefrierfach eingefroren wurde, nun stückchenweise in die heiße Suppe gegeben werden kann, bis sie genau so weit abgebunden ist, wie er sich das vorstellt

Profi-Tipp: Immer großzügig mehr Beurre Manié machen als nötig, den Rest beliebig portionieren und einfrieren. So hat man stets einen Vorrat an perfektem Suppen- oder Sossenbinder.

Kaum ist die Suppe fertig – der Chef dekoriert noch mit ein paar Tropfen Kürbiskernöl – schon sitzen, Anika, Stefan und die beiden „Schlangenbesucherinnen“ ruck zuck am Esstisch. Die perfekte Gelegenheit bei den beiden blonden Hausgästen noch mal nachzufragen, was es denn nun mit dieser „Schlange“ auf sich hätte. Doch die beiden überaus attraktiven Blondinen lachen nur und meinen, die Schlange gäbe es nur in Stefans Schlafzimmer zu sehen. Walter serviert die Suppe und schon nach ein paar Löffeln steht das Urteil fest: Spitzenklasse. Und was noch wichtiger ist, auf dem ein oder anderen Gesicht zeichnen sich erste Fragezeichen ab, nach dem Motto: wenn das so einfach und so lecker ist, warum machen wir das nicht auch selber?

 

Schlange versus Hähnchenbrust

Während die WG noch ihre von Meisterhand eingebrockte Suppe restlos auslöffelt, macht sich der halbe Koch Walter schon daran, wieder Ordnung auf der Arbeitsfläche zu schaffen und das ein oder andere Teil zu spülen. Chef Benedikt stellt einstweilen schon mal das Nudelwasser auf und pariert die Hähnchenbrüste, wobei ihm gleich drei der anwesenden Grazien genau auf die Finger schauen. Mit von der Partie ist jetzt auch die verspätete Jana und dem erstaunten Beobachter bleibt nur verwundert festzustellen, wie unverschämt gut praktisch jeder aussieht, der was mit der WG zu tun hat, geschweige denn hier lebt. Ungeachtet ihres blendenden Äußeren, nutzen wir die Gunst der Stunde und wollen von ihr wissen, ob sie denn auch schon mal Stefans Schlange zu Gesicht bekam. Jana lächelt vieldeutig und nickt. Doch zurück zum kulinarischen Teil dieser Expedition, denn inzwischen hat unser Küchen-Kompetenz-Team alles vorbereitet um die Hähnchenbrüste mit reichlich Schalotten, Knoblauch und Zitronenspalten anzubraten. Nach nur ein paar Minuten in der Pfanne wandern die dann in den Ofen – und kurze Zeit später auch die Spaghetti ins Nudelwasser.

Profi-Tipp: Hähnchenbrust oder auch Rindersteaks immer nur ganz kurz in der Pfanne anbraten und dann im Ofen fertig garen - so bleibt das Fleisch richtig saftig

Während der kleinen jetzt entstandenen Verschnaufpause für die Köche ist es nun endlich soweit und die drängendsten Fragen dieser WG müssen gelüftet werden: Mit wem hat dieser Stefan eigentlich noch nichts gehabt und was soll dieser Unfug mit der Schlange? Da klar ist, dass statt Antworten ohnehin nur wieder mit Ausflüchten zu rechnen ist, führt kein Weg daran vorbei, selbst in die Höhle des Löwen oder besser in das Zimmer der Schlange vorzustoßen. In Begleitung des betreffenden jungen Herrn betreten wir daS überaus geschmackvoll eingerichtetes Schlafgemach und sehen, was schon ungezählte Mädchenherzen schneller schlagen ließ – die Schlange. Keine Angst geschätzter Leser, Stefan hat nicht etwa die Hosen fallen lassen, sondern neben seinem Bett steht tatsächlich ein Terrarium mit einer herzallerliebsten Kettennatter. Die isst ausschließlich tiefgefrorene Mäusebabys und bevor uns deswegen der Appetit vergeht, flüchten wir zurück in die Wohnküche, denn hier sollte so langsam der Hauptgang für die WG fertig sein. Und tatsächlich haben Benedikt und Walter ihr Meisterwerk vollendet. Nur noch ein bisschen hübsch anrichten und schon kann serviert werden.

Profi-Tipp: Für vier oder sechs Personen ruhig mal auf einer großen Platte oder im Wok anrichten – sieht sehr appetitlich aus und jeder nimmt sich was und so viel er mag

Wieder ist sich die WG samt Anhang schnell einig, das Fleisch ist supersaftig und schmeckt himmlisch, besonders auch in Kombination mit den scharfen Nudeln ein echter Hochgenuss. Selbst Anika, die eigentlich gar nicht so gerne scharf ist, vertilgt eine Riesenportion und merkt erst hinterher als die Lippen etwas brennen, wie viel Chilli da mit im Spiel war. Insgesamt zeigt sich die WG durchaus angetan von der Kocherfahrung mit einem Profi und es steht durchaus zu hoffen, dass sie sich das ein oder andere abgeschaut haben. Ferner sind sie um eine besondere Erfahrung reicher, die ihnen erst auffiel, nachdem das L!VE-Team längst ihre Wohnung verlassen hat: Walter hat nicht gespült - und ihre Küche sieht aus wie ein echter Krisenherd.

 

Kürbiscrémesuppe (4 Personen)

Zutaten:

1 mittelgroßer Hokaido-Kürbis, 4 Schalotten, 250 g Butter, 400 ml Kalbsfond, 400 ml Sahne, Mehl, Weißwein, Salz, Pfeffer, Chilli

Zubereitung:

Die Hälfte der Butter in kleinem Topf schmelzen und mit vier Esslöffeln Mehl zu einer Paste abbinden. Diese in flache Schale geben und im Gefrierfach komplett auskühlen lassen. Kürbis vierteln, die faserigen Teile und Kerne entfernen, das Fruchtfleisch in Stücke schneiden und diese in einem großen Topf mit einem Esslöffel Butter anschwitzen. Schalotten schälen, würfeln,  ebenfalls mit in den Topf geben und gute 10min mit dünsten lassen, bis die Kürbisstücke weich werden. Mit dem Kalbsfond ablöschen und mit etwas Weißwein verfeinern Mit Stabmixer gründlich pürieren und dabei den Rest der Butter hinzufügen. Die Suppe schließlich mit der durch gekühlten Butter-Mehl-Mischung stückchenweise und je nach Geschmack abbinden und mit Pfeffer/Salz und vielleicht etwas Chili abschmecken.

 

 

Hähnchenbrust  mit Spaghetti Alio, Oglio e Peperoncino (4 Personen)

Zutaten:

4 Hähnchenbrüste (800 g), 500 g Spaghetti, eine Schalotte, vier Knoblauchzehen, eine Zitrone,  Olivenöl, Salz, Pfeffer, Chili, Ketjap Manis

Zubereitung:

Hähnchenbrüste in ausreichend großer Pfanne in Olivenöl mit zwei Knoblauchzehen, Zitronenvierteln und Schalotten-Spalten etwa 5 Minuten von allen Seiten gut anbraten. Anschließend Hähnchenbrüste für 20 Minuten bei 180° auf mittlerem Rost in den vorgeheizten Ofen geben. Nudelwasser aufsetzen (mind. 1 Liter je 100 Gramm Pasta) und wenn das Wasser sprudelnd kocht, Pasta entsprechend der Dauer laut Packungsangabe zubereiten. Währenddessen die verbliebenen zwei Knoblauchzehen schälen, würfeln und mit der Seite einer breiten Messerschneide zu einer Paste zerdrücken. Schalotte schälen und mit Olivenöl in großer Pfanne anschwitzen. Zunächst Knoblauchpaste hinzugeben und dann die fertig gekochten und gründlich abgeschütteten Nudel in der Pfanne durch die Öl-Knoblauch Mischung schwenken. Das Ganze salzen, pfeffern und reichlich getrocknetem Chili aus der Mühle würzen und abschmecken. Nudeln portionsweise auf Teller geben, jeweils eine schräg aufgeschnittene Hähnchenbrust darauf anrichten und mit ein wenig Ketjap-Manis Sauce dekorieren.